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<title>Handkuss</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Handkuss</span></h1>
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<p>Ein <b>Handkuss</b> ist ein vollendeter oder bewusst unvollendeter <a href="Kuss" title="Kuss">Kuss</a> auf den Rücken einer vom Adressaten meist eigens dafür hingehaltenen Hand. Er kann unter anderem aus <a href="Respekt" title="Respekt">Respekt</a>, <a href="Unterw%C3%BCrfigkeit" title="Unterwürfigkeit">Unterwürfigkeit</a> oder <a href="Liebe" title="Liebe">Liebe</a> gegeben werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Der_Handkuss_traditionell">Der Handkuss traditionell</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="In_Europa">In Europa</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Männer_gegenüber_Frauen"><span id="M.C3.A4nner_gegen.C3.BCber_Frauen"></span>Männer gegenüber Frauen</h4></div>
<p>Nach traditioneller <a href="Etikette" title="Etikette">Etikette</a> kann ein Handkuss vollzogen werden, wenn ein Mann einer Frau gegenüber besondere Wertschätzung, Ergebenheit, Demut, Bewunderung, Huldigung oder Verehrung zum Ausdruck bringen will. Er beugt dazu ehrerbietig den Nacken vor ihr und deutet respektvoll einen Kuss ihrer dargebotenen rechten Hand an, welche er zuvor leicht nach oben führt. Wenn er sich nach Abschluss des Handkusses wieder aufrichtet, sollte der Mann Blickkontakt herstellen. Frauen behalten etwaige Handschuhe an. Als fehlerhaft angesehen wird es, wenn die Hand der Dame zu fest gehalten oder ruckartig nach oben geführt wird. Ebenso ist es falsch, wenn die Hand <i>tatsächlich</i> geküsst (d. h. der Kuss nicht nur angedeutet) wird.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Küsst ein Mann einer Frau tatsächlich die Hand, wird dies unter Umständen als Liebeserklärung gedeutet.
</p><p>Als überholt gelten heute Regeln, wonach ein Handkuss <i>nur verheirateten Frauen</i> gebührt oder <i>nur in geschlossenen</i> Räumen ausgeführt werden darf.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Sehnsucht, die in der bloßen Andeutung liegen kann, hat eine (in der westlichen Welt weitgehend vergessene) kulturgeschichtliche Tradition (<i><a href="Ich_k%C3%BCsse_Ihre_Hand%2C_Madame" class="mw-disambig" title="Ich küsse Ihre Hand, Madame">Ich küsse Ihre Hand, Madame</a></i>). In besonders traditionell ausgerichteten Gesellschaften oder Familien ist der Handkuss noch heute die gebräuchliche Form des Heiratsantrags. Der künftige Bräutigam kniet dabei zuerst vor der Mutter der Braut nieder und trägt sein Anliegen vor. Erhält er die Zustimmung seiner künftigen Schwiegermutter, so reicht zunächst diese ihm die Hand zum Kuss. Anschließend kniet er zu Füßen seiner Verlobten nieder und bittet sie, seine Gattin zu werden. Willigt auch sie ein, gestattet sie ihm ebenfalls, als Zeichen ihrer Zustimmung ihre Hand zu küssen, was er mit der größtmöglichen Ehrerbietung tut. Anschließend steckt er ihr den Ehering an, bevor er ihre nunmehr ringgeschmückte Hand, noch immer kniend, ein weiteres Mal respektvoll mit gebeugtem Nacken an die Lippen führt. Dieser zweite Handkuss, wobei gleichzeitig die Hand und der Ehering geküsst werden, drückt die Ergebenheit und Demut des Mannes ihr gegenüber aus, die in diesem Moment aus seiner Verlobten zu seiner Dame und Gemahlin wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Gegenüber_Würdenträgern"><span id="Gegen.C3.BCber_W.C3.BCrdentr.C3.A4gern"></span>Gegenüber Würdenträgern</h4></div>
<p>Im Übrigen ist der Handkuss in Europa noch gegenüber katholischen und orthodoxen Geistlichen vom <a href="Bischof" title="Bischof">Bischof</a> aufwärts sowie gegenüber weiblichen Monarchen gebräuchlich, wenn auch in der Regel nicht zwingend vorgeschrieben. Bei Geistlichen wird dabei der an der rechten Hand getragene Siegelring, beim Papst der <a href="Fischerring" title="Fischerring">Fischerring</a> geküsst. War es früher üblich, den Fischerring kniend zu küssen, reicht heute bei Männern eine mehr oder weniger tiefe Verbeugung, bei Frauen eine leichte Kniebeuge. <a href="Monarchie" title="Monarchie">Monarchinnen</a> gegenüber wird der Handkuss in der Regel nur angedeutet, nicht voll ausgeführt. Dabei macht der Mann eine deutliche <a href="Verbeugung" title="Verbeugung">Verbeugung</a>, die Dame, je nach Vorschrift, einen einfachen <a href="Hofknicks" class="mw-redirect" title="Hofknicks">Hofknicks</a>.
</p><p>Eine bekannte Szene aus der frühen Bundesrepublik ist der Handkuss, mit dem die Mutter eines Kriegsgefangenen <a href="Konrad_Adenauer" title="Konrad Adenauer">Konrad Adenauer</a> für die <a href="Heimkehr_der_Zehntausend" class="mw-redirect" title="Heimkehr der Zehntausend">Heimkehr der Zehntausend</a> dankt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Außerhalb_Europas"><span id="Au.C3.9Ferhalb_Europas"></span>Außerhalb Europas</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Türkei"><span id="T.C3.BCrkei"></span>Türkei</h4></div>
<p>In der Türkei und auch teilweise traditionellen Gesellschaften Ost- und Südostasiens ist es durchaus üblich, aus Respekt den Eltern, Lehrern und wesentlich älteren Verwandten oder Bekannten die Hand zur Begrüßung zu küssen. Dies geschieht z. B. nach langem Wiedersehen, bei Festen oder nach besonderen Ereignissen wie Verlobung oder Heirat. Bei dieser Tradition wird der Respektsperson zuerst der Handrücken geküsst und danach kurz auf die eigene Stirn gelegt. Der islamischen Tradition folgend, wird dies jedoch fast ausschließlich gegenüber älteren Personen gemacht und nur bei Ausnahmesituationen bei Gleichaltrigen oder gar Jüngeren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursprünge"><span id="Urspr.C3.BCnge"></span>Ursprünge</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Herrschaftssoziologisch">Herrschaftssoziologisch</h3></div>
<p>Der Handkuss hat seinen Ursprung in dem Küssen des <a href="Siegelring" title="Siegelring">Siegelringes</a> eines höhergestellten Adligen oder Geistlichen im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> und in der <a href="Fr%C3%BChe_Neuzeit" title="Frühe Neuzeit">Frühen Neuzeit</a>. Der Siegelring war Zeichen und Legitimation der Macht, der man durch den Kuss Respekt und Unterwerfung bekundete. Hieraus entwickelte sich im <a href="Absolutismus" title="Absolutismus">Absolutismus</a> der Handkuss als Zeichen der persönlichsten Ehrerweisung des Untertanen gegenüber dem (männlichen) Herrscher. Im 17. und 18. Jahrhundert galt es als besondere Gunst, die Hand des Herrschers gereicht zu bekommen, welche wie selbstverständlich nicht geschüttelt, sondern geküsst wurde. So war diese Gunst üblicherweise Angehörigen des Adels sowie dem Monarchen besonders Nahestehenden vorbehalten – selbst auf einer vergleichsweise fortschrittlichen Institution wie der Herzoglich Württembergischen <a href="Karlsschule" class="mw-redirect" title="Karlsschule">Karlsschule</a>, wie der junge <a href="Friedrich_Schiller" title="Friedrich Schiller">Friedrich Schiller</a> erlebte:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Die Statuten der Karlsschule verboten streng jeden Kontakt zwischen den adligen und den bürgerlichen Akademisten. Sie waren durch Kleidung, Rangordnung und durch für die Bürgerlichen demütigende Vorschriften voneinander getrennt. Adligen bot beispielsweise der <a href="Carl_Eugen_(W%C3%BCrttemberg)" title="Carl Eugen (Württemberg)">Herzog</a> die Hand zum Kusse. Bürgerliche mussten ihm, das Knie beugend, den Rocksaum küssen.“<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Umso größer war die Auszeichnung, wenn ein Monarch einem Untergebenen die Hand küsste! So hob etwa <a href="Voltaire" title="Voltaire">Voltaire</a> während seines Zerwürfnisses mit König <a href="Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich II. (Preußen)">Friedrich dem Großen</a> im Jahr 1753 gegenüber seinen Freunden ausdrücklich hervor, dass dieser, der König, ihm, dem bürgerlichen Schriftsteller, vor lauter Bewunderung für sein literarisches Genie „des öfteren die Hände geküsst habe“.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch im 19. Jahrhundert noch galt der Handkuss im deutschen Raum als Auszeichnung, nicht als Demütigung. Prinz <a href="Kraft_zu_Hohenlohe-Ingelfingen" title="Kraft zu Hohenlohe-Ingelfingen">Kraft zu Hohenlohe-Ingelfingen</a> berichtet, wie sich preußische Soldaten nach dem Sieg in der <a href="Schlacht_bei_K%C3%B6niggr%C3%A4tz" title="Schlacht bei Königgrätz">Schlacht bei Königgrätz</a> gegenüber König <a href="Wilhelm_I._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm I. (Deutsches Reich)">Wilhelm I. von Preußen</a> verhielten, als er unter ihnen auf dem Schlachtfeld erschien:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Alles drängte sich herzu, ihm die Hände zu küssen, und da es nicht jeder konnte, so waren die zufrieden, die ihm die Stiefel oder den Schweif des Pferdes küssen konnten.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Auch innerhalb der – adeligen und nichtadeligen – Familie war der Handkuss für Vater <i>und</i> Mutter eine übliche Form der besonderen Ehrerbietung. <a href="Friedrich_III._(Deutsches_Reich)" title="Friedrich III. (Deutsches Reich)">Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen</a> notierte über den Augenblick der <a href="Deutsche_Reichsgr%C3%BCndung#Kaiserproklamation_in_Versailles" title="Deutsche Reichsgründung">Kaiserproklamation</a> im Spiegelsaal zu Versailles 1871 in sein Tagebuch:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Dieser Augenblick war mächtig ergreifend, ja überwältigend und nahm sich wunderbar schön aus. Ich beugte ein Knie vor dem Kaiser [seinem Vater, dem nunmehrigen Kaiser <a href="Wilhelm_I._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm I. (Deutsches Reich)">Wilhelm I.</a>] und küsste ihm die Hand, worauf er mich aufhob und mit tiefer Bewegung umarmte.“<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Die Gepflogenheit des herrscherlichen Handkusses übertrug sich auch in andere vergleichbare Dienstverhältnisse. Von dem preußischen Minister <a href="Karl_Heinrich_von_Boetticher" title="Karl Heinrich von Boetticher">Karl Heinrich von Boetticher</a> wird berichtet, dass er sich noch im Jahr 1890 von seinem Dienstherrn Fürst <a href="Otto_von_Bismarck" title="Otto von Bismarck">Otto von Bismarck</a>, dem er persönlich einiges verdankte, „mit einem Handkuss verabschiedete“.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Vom späteren Generalfeldmarschall <a href="August_von_Mackensen" title="August von Mackensen">August von Mackensen</a> heißt es, dass er „im Jahre 1904 für die Armee eine neue Sitte schuf, indem er dem Kaiser [also <a href="Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm II. (Deutsches Reich)">Wilhelm II.</a>] die Hand küsste“.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Karl_Kraus" title="Karl Kraus">Karl Kraus</a> schließlich lässt in seinem Drama <i><a href="Die_letzten_Tage_der_Menschheit" title="Die letzten Tage der Menschheit">Die letzten Tage der Menschheit</a></i> einen neu geadelten Parvenü seinen Bekannten, einen Beamten am Kaiserhof, im Sommer 1914, kurz vor Ausbruch des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieges</a>, einen „Handkuss an Seine Durchlaucht“<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> – gemeint ist der Erste Obersthofmeister <a href="Alfred_von_Montenuovo" title="Alfred von Montenuovo">Fürst Montenuovo</a> – ausrichten.
</p><p>Spätestens um 1900 wurde der Handkuss an den Monarchen und hohen Vorgesetzten in <a href="Westeuropa" title="Westeuropa">West-</a> und <a href="Mitteleuropa" title="Mitteleuropa">Mitteleuropa</a> weithin als Zeichen unnötiger Selbstverleugnung und Servilität sowie als Ausdruck eines fragwürdigen <a href="Byzantinismus" title="Byzantinismus">Byzantinismus</a> gesehen und kritisiert.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit dem Sturz der deutschen und russischen Monarchien 1917/18 kam er völlig außer Gebrauch. Bürgerlichen Machthabern, auch Diktatoren, wurde nicht die Hand geküsst, mochte ihre Stellung auch noch so sehr mit jener absoluter Könige vergleichbar gewesen sein.
</p><p>In <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Großbritannien</a> wird die Zeremonie, bei der ein Politiker vom Monarchen aufgefordert wird, eine Regierung zu bilden, noch heute als <i>kissing hands</i> bezeichnet. Der Handkuss steht hier als Zeichen der Loyalität.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein physischer Handkuss findet bei der Zeremonie jedoch (meist) nicht mehr statt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Geschlechtersoziologisch">Geschlechtersoziologisch</h3></div>
<p>Während der Handkuss seine herrschaftssoziologische Dimension im europäischen Raum mittlerweile verloren hat, besteht die geschlechtersoziologische nach wie vor fort. Über Jahrhunderte war er besonders in <a href="Adel" title="Adel">adligen</a> und <a href="Gro%C3%9Fb%C3%BCrgertum" class="mw-redirect" title="Großbürgertum">großbürgerlichen</a> Kreisen die übliche Art, wie Männer Damen begrüßten. Es galt als unfein, die Hand einer Frau zu schütteln. In Österreich wurde die <a href="Tradition" title="Tradition">Tradition</a> des Handkusses bis weit in das <a href="20._Jahrhundert" title="20. Jahrhundert">20. Jahrhundert</a> gepflegt und kommt bei besonderen Anlässen wie dem <a href="Wiener_Opernball" title="Wiener Opernball">Wiener Opernball</a> oder in der Tanzschule sowie in gewissen gesellschaftlichen Kreisen nach wie vor zur Anwendung. Entsprechend war dort bis in die jüngste Vergangenheit auch die <a href="Gru%C3%9F" title="Gruß">Grußformel</a> „Küss die Hand!“ gebräuchlich, die mit dem Handkuss in Zusammenhang steht. So auch in Ungarn, wobei „kezét csókolom!“ (Ich küsse Ihre Hand.) zu „csókolom!“ (Ich küsse Sie) abgekürzt als Gruß älteren Damen oder Erwachsenen gegenüber noch heute üblich ist; ebenso in Rumänien, wo die Grußformel „sărut mâna!“ (Ich küsse die Hand) lautet.
</p><p>In Polen ist der Handkuss auch heute noch üblich. Vor allem ältere Männer nutzen diese Form als Ausdruck eines großen Danks, einer Entschuldigung oder einer Gratulation. Unter jungen Polen ist der Handkuss seltener, aber nicht völlig unüblich. Bei einem <a href="Verl%C3%B6bnis" class="mw-redirect" title="Verlöbnis">Heiratsantrag</a> gilt das Gewähren des Handkusses durch die zukünftige Braut als Annahme des Antrags, wobei der künftige Bräutigam die Hand der Dame kniend an seine Lippen führt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Norbert_Elias" title="Norbert Elias">Norbert Elias</a>: <i><a href="Die_h%C3%B6fische_Gesellschaft" title="Die höfische Gesellschaft">Die höfische Gesellschaft</a>. Untersuchungen zur Soziologie des Königtums und der höfischen Aristokratie</i>. 2. Auflage. Luchterhand, Darmstadt 1975 (6. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt/Main 1992).</li>
<li><a href="Wolf_Graf_von_Baudissin" class="mw-redirect" title="Wolf Graf von Baudissin">Wolf Graf von Baudissin</a>: <i>Spemanns goldenes Buch der Sitte</i>. Berlin/Stuttgart 1901, Nr. 318: <i>Der Handkuss</i>.</li>
<li>Lillian Eichler: <i>So oder so? Fingerzeige für gesellschaftlichen Erfolg</i>. Stuttgart o. J., S. 128: <i>Der Handkuss</i>.</li>
<li>Karlheinz Graudenz: <i>Das Buch der Etikette</i>. Marbach 1956, S. 314 ff: <i>Der Handkuss</i>.</li>
<li><a href="Franz_Wolfgang_Koebner" title="Franz Wolfgang Koebner">F. W. Koebner</a>: <i>Der Gentleman. Ein Herrenbrevier.</i> Berlin 1913 (ND München 1976), S. 84 ff.: <i>Der Handkuss.</i></li>
<li>Eustachius von Pilati: <i>Etikette-Plaudereien</i>. 3. Auflage. Berlin 1907, S. 148 ff.: <i>Handküssen – Tanzen</i>.</li>
<li><a href="C._Bernd_Sucher" title="C. Bernd Sucher">C. Bernd Sucher</a>: <i>Handy, Handkuss, Höflichkeit: Das Handbuch des guten Benehmens.</i> Droemer/Knaur, München 2007.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Hand-kissing?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Handküsse</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Handkuss" class="extiw external" title="wikt:Handkuss">Wiktionary: Handkuss</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.stern.de/lifestyle/liebesleben/509378.html?eid=509429">Der perfekte Handkuss als interaktive Infografik</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.knigge.de/themen/kommunikation/handkuss-2591.htm">Knigge über den Handkuss</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Alexander Freiherr von Fircks / Agnes Anna Jarosch: <i>Business-Etikette für Fortgeschrittene</i>. F.A.Z.-Buchverlag, Frankfurt/Main 2011, ISBN 978-3-89981-178-0, S. 26f.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">v. Fircks/Jarosch, S. 26f.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Carmen Kahn-Wallerstein: <i>Die Frau im Schatten: Schillers Schwägerin Karoline von Wolzogen</i>. Bern u. a. 1970, S. 32.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Zit. n. <a href="Wolfgang_Venohr" title="Wolfgang Venohr">Wolfgang Venohr</a>: <i>Fridericus Rex</i>. Bergisch Gladbach 1990, S. 292.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Aus meinem Leben</i>. Band 4, Berlin 1907, S. 216.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Zit. n. <a href="Johannes_Hohlfeld" title="Johannes Hohlfeld">Johannes Hohlfeld</a> (Hrsg.): <i>Deutsche Reichsgeschichte in Dokumenten 1849-1926</i>. Band 1, Berlin 1927, S. 80.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Karl-Heinz_Jan%C3%9Fen" title="Karl-Heinz Janßen">Karl-Heinz Janßen</a>: <i>Die Entlassung</i>. In: <i>Zeit-Punkte</i>, 2/1992, S. 21.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Walter H. Nelson: <i>Die Hohenzollern</i>. München 1996, S. 340.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Die letzten Tage der Menschheit</i> (= <i>Schriften</i>, Band 10). Frankfurt/Main 1986, S. 167.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. etwa <a href="John_R%C3%B6hl" class="mw-redirect" title="John Röhl">John Röhl</a>: <i>Kaiser, Hof und Staat. Wilhelm II. und die deutsche Politik</i>. 3. Auflage. München 1988.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://archiv.kleine.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/2351747/gordon-brown-nimmt-den-hut.story"><i>David Cameron neuer britischer Premierminister</i>.</a><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotdeadurl.invalid/http://archiv.kleine.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/2351747/gordon-brown-nimmt-den-hut.story">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://archiv.kleine.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/2351747/gordon-brown-nimmt-den-hut.story">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/archiv.kleine.at</span> <small>(Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://archiv.kleine.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/2351747/gordon-brown-nimmt-den-hut.story">Suche in Webarchiven</a>)</small> <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span> <b>Info:</b> Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small> Kleine Zeitung, 11. Mai 2010.</span>
</li>
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